Die bekannteste Aufgabe eines Zugbegleiters, die jeder Fahrgast unmittelbar mitbekommt, ist die Fahrkartenkontrolle. Doch was gehört noch zum Berufsbild eines Zugbegleiters, wie wird man Schaffner und wie sind das Gehalt und die Arbeitsbedingungen?

Zugbegleiter: Ausbildung auf mehreren Wegen

Wer gerne als Zugbegleiter arbeiten möchte, hat mehrere Möglichkeiten, seinen Berufswunsch zu verwirklichen. Er kann zum Beispiel bei der Deutschen Bahn eine kaufmännische Ausbildung für Verkehrsservice machen, die drei Jahre dauert. Sollte ein Zugbegleiter mit dieser Ausbildung dann irgendwann keine Lust mehr haben, dauernd unterwegs zu sein, kann er problemlos in einen anderen Servicebereich wechseln, zum Beispiel an den Serviceschalter am Bahnhof.


Doch auch ein Quereinstieg als Zugbegleiter ist möglich, einige Bahngesellschaften bieten Ausbildungen an, die nur wenige Wochen dauern. Wer Zugbegleiter werden möchte, sollte einen Schulabschluss haben, doch welcher genau, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Bei einem Quereinstieg ist eine abgeschlossene Berufsausbildung von Vorteil. Am wichtigsten ist jedoch Kontaktfreude und Spaß beim Umgang mit Menschen. Es bietet sich also an, sich einfach mal zu bewerben, wenn man gerne als Zugbegleiter arbeiten möchte, ganz gleich, welchen Beruf man eigentlich erlernt hat.

Youtube-Video von evg zur Arbeit einer Zugbegleiterin im Nahverkehr – hier beim Rhein-Main-Verkehrsverbund in der S-Bahn nach Darmstadt Hauptbahnhof

Da Zugbegleiter direkt mit den Kunden arbeiten, liegt hierauf auch der Schwerpunkt jeder Ausbildung. Außerdem müssen Zugbegleiter regelmäßig an fortbildenden Seminaren teilnehmen, wo sie weitere Kenntnisse darüber erlangen, wie sie mit schwierigen Situationen umzugehen und aufgebrachte Fahrgäste zu beruhigen haben.

Gehalt und Arbeitsbedingungen als Zugbegleiter

Die Aussicht auf eine Stelle als Zugbegleiter, ob in Vollzeit oder in Teilzeit, ist sehr gut, Zugbegleiter werden immer wieder gesucht. Jedoch muss sich ein Schaffner damit anfreunden, dass er auch mal sehr spät, sehr früh sowie am Wochenende und an Feiertagen arbeiten muss. Das Einstiegsgehalt eines Zugbegleiters beträgt ungefähr 1900 Euro brutto.

So wie in jedem Beruf, bei dem direkter Kontakt zu Kunden besteht, gibt es auch als Schaffner stressige Momente mit unfreundlichen Kunden, Schwarzfahrern oder Fahrgästen, die ihre Wut über eine Verspätung oder überfüllte Züge am Zugbegleiter auslassen. Ebenso gibt es jedoch auch stets die andere Seite, nämlich dass manche Fahrgäste sehr freundlich und dankbar für einfachste Auskünfte sind.

Arbeitsalltag eines Zugbegleiters

Ein Zugbegleiter muss die Strecke, die er mitfährt, genau kennen, denn er kontrolliert nicht nur die Fahrscheine, sondern muss Fahrgästen auch Informationen geben können, etwa dann, wenn die Erreichung eines Anschlusszuges wegen Verspätung gefährdet ist oder der Fahrgast sich versehentlich in einen verkehrten Zug gesetzt hat.

Schaffner werden über Fahrplanänderungen aufgrund von technischen Defekten, Unfällen oder sonstigen Behinderungen sofort informiert, weil sie dieser Informationen über Durchsagen an die Fahrgäste weitergeben müssen.

Zugbegleiter vor einem Zug Richtung Warschau im Berliner Hauptbahnhof

Zugbegleiter vor dem Zugbegleiter Berlin-Warszawa-Express in Berlin Hauptbahnhof | Bildquelle: Bartlomiej Banaszak / Deutsche Bahn AG

Manche Fahrgäste wenden sich auch mit anderen Fragen an die Schaffner, etwa welche Sehenswürdigkeiten es am Zielort gibt, oder wie sie vor Ort am besten von A nach B kommen. Deswegen sollten sich Zugbegleiter auch mit der Umgebung, durch die sie ihre Reisen führen, zumindest grob auskennen. Meist sind sie auf denselben Strecken unterwegs, sodass das nötige Umgebungswissen nicht ausartet, sie jedoch früher oder später Experten bezüglich ihrer Reiseumgebung sind.