Für „Zuagroaste“ mag es erstaunlich klingen, dass die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg (2962 Meter), gleich mit drei verschiedenen Seilbahnen erreicht werden kann.

Zahnradbahn der Bayerischen Zugspitzbahn

Bahnhof Zugspitzplatt auf 2588 m

Zahn­rad­bahn/Gletscher­seil­bahn

Wer mit der Gletscherseilbahn auf die Zugspitze fahren möchte, muss zunächst auf das Zugspitzplatt kommen. Dieses erreicht man mit der Zahnradbahn, die am Bahnhof Garmisch der Bayerischen Zugspitzbahn AG (ein Verkehrsunternehmen im Besitz der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen; der Bahnhof Garmisch befindet sich auf einer Höhe 705 Metern in direkter Nachbarschaft des Hauptbahnhofs Garmisch-Partenkirchen der Deutschen Bahn AG) startet. Die Strecke ist 18 km lang, wobei die Bahn bis kurz vor Grainau als Adhäsionbahn, das heißt allein mit der Reibung, danach als Zahnradbahn mit bis zu 25%-iger Steigung arbeitet. Auch an den Zwischenstationen Hausberg, Kreuzeckbahn/Alpspitzbahn, Hammersbach, Grainau und am Eibsee ist der Zustieg möglich; zusätzlich gibt es noch die Station Riffelsee, die aber nur bei geeigneter Witterung beziehungsweise Schneelage für Wanderer und Skifahrer geöffnet ist. Diese Station befindet sich am Anfang des circa 4,5 Kilometer langen Tunnels, der bis zur Bergstation reicht. Die Zahnradbahn, erbaut in den Jahren 1928 bis 1930 erreicht nach etwa 1 Stunde und 20 Minuten den Bahnhof Zugspitzplatt auf 2588 Metern, von wo aus die Gletscherseilbahn zur Zugspitze fährt. Die Eröffnung der Gletscherseilbahn erfolgte ein Jahr später. Beide Bahnen wurden mehrfach modernisiert.

Bergbahnen am Zugspitzplatt

Die Zahnradbahn kommt vom Bahnhof Garmisch – hier unsichtbar im Tunnel am Bahnhof Zugspitzplatt an. Von dort geht eine Seilbahn nach links zum Schneefernerhaus, die Gletscherseilbahn schwebt zur Zugspitze, die auch von Westen (am Gipfelgrat links) mit der Tiroler Zugspitzbahn erreichbar ist.

Eibseebahn

Etwas oberhalb von Grainau, in etwa 400 Meter Entfernung vom Eibsee in rund 1000 Meter Höhe startet die Eibsee-Zugspitzbahn, die seit 1962 in Betrieb ist und genau wie die Zahnradbahn und die Gletscherseilbahn von der Bayerischen Zugspitzbahn AG betrieben wird. Die Eibseebahn ist über 50 Jahre in Betrieb und erreicht gerade in den Sommermonaten regemäßig ihre Kapazitätsgrenze von 300 Personen pro Stunde, was zu Wartezeiten bis zu zwei Stunden führt. Die Bayerische Zugspitzbahn AG plant daher einen Seilbahn-Neubau in Höhe von 30 Millionen Euro, der im Jahre 2015 starten und die Beförderunskapazität auf 700 Personen pro Stunde steigern könnte.

Zugspitze Nordseite

Das Foto wurde von der Talstation der Eibseebahn geknipst.


Eibseebahn auf dem Weg zur Zugspitze

Im Sommer gibt es bis zu zwei Stunden Wartezeit, daher denken die Verantwortlichen der Bayerischen Zugspitzbahn über einen Seilbahn-Neubau nach.

Tiroler Zugspitzbahn

Von Ehrwald (1225 Meter) im österreichischen Bundesland Tirol fährt die Tiroler Zugspitzbahn ebenfalls mit einer Kabinenseilbahn auf den Westgipfel. Somit ist dort oben auch Deutschlands höchster Grenzübergang, was aber angesichts des Schengen-Abkommens ohne praktische Relevanz ist. Die jetzige Seilbahn gibt es seit 1991; zuvor gab es eine 1926 erbaute, deren Bergstation etwas unterhalb lag.

Youtube-Video von einer Berg- und Talfahrt mit der Tiroler Zugspitzbahn

Die 1725 Höhenmeter von Ehrwald/Obermoos zur Zugspitze werden in 10 Minuten überwunden. Die Kabinen fassen je 100 Personen.

Openstreetmap-Karte der Zugspitzregion

Die Karte zeigt die Lage der Seilbahnen, der Zugspitz-Gipfel und den deutsch-österreichischen Grenzverlauf im Zugspitzgebiet. © OpenStreetMap-Mitwirkende

Oben erwartet den Besucher bei gutem Wetter ein berauschendes Panorama mit Blick in die bayerisch-österreichische Bergwelt sowie bis nach München. Die Zugspitze bestand ursprünglich aus drei Gipfeln: von denen einer dem Seilbahnbau, der andere einer geplanten Flugleitstelle der Wehrmacht zum Opfer fiel. Das Gipfelkreuz befindet sich auf dem Ostgipfel.

Quellen und weitere Infos