Wuppertaler Schwebebahn: historische Bahn in junger Stadt

Wuppertaler Schwebebahn: historische Bahn in junger Stadt

Weltweit bekannt ist sie, die Wuppertaler Schwebebahn, das am 1. März 1901 als öffentliches Personennahverkehrssystem eröffnet wurde. Seit 1997 steht dieses Wahrzeichen der Stadt Wuppertal unter Denkmalschutz. Bemerkenswert: die Schwebahn ist älter als die Stadt, denn die erst 1929 gegründete Stadt Barmen-Elberfeld wurde 1930 in Wuppertal umbenannt.

Wartung im Depot Vohwinkel
Wartungsarbeiten im Depot Vohwinkel | Bidlquelle: Thomas Max Müller / pixelio.de

Im Februar 1887 wurde eine Kommission zur Prüfung des Projektes einer Hochbahn von den Elberfelder Stadtverordneten gewählt, kurz darauf im März wählte Barmen ebenfalls eine Kommission. Wenige Zeit später wurden beide Kommissionen zusammengeschlossen zu einer gemeinsamen Hochbahnkommission.
Der Vertrag über den Bau und Betrieb einer Schwebebahn schlossen die Oberbürgermeister Friedrich Wilhelm Wegner und Adolf Hermann Jaeger am 31 .Dezember 1894. Man vereinbarte eine Strecke vom Zoo beginnend über die Wupper bis hin nach Rittershausen (Oberbarmen) zu bauen. Die 13 km lange Strecke der Schwebebahn Barmen-Elberfeld -Vohwinkel und die schwierige Planung ihrer Überbrückungsträger, Bahnhöfe und Umkehrschleifen lag in den Händen Max Carstanjens, eines Direktors und Chefkonstrukteurs des MAN Werks Gustavsburg. Weitere Streckenausbauten wurden vertraglich festgehalten bevor bevor bereits am 5. Dezember 1898 die erste Probefahrt folgte. Weitere Probefahrten folgten, unter anderem fuhr Kaiser Wilhelm II mit seiner Gemahlin Auguste Viktoria und seinem Gefolge von Döppersberg (Elberfeld-Mitte) bis Vohwinkel. Noch heute steht der Wagen Nr. 5 „der Kaiserwagen“ für Fahrgäste und ihren Feierlichkeiten zur Verfügung. Reservierung ist hier natürlich vorab erforderlich. Öffentlich freigegeben wurde die Strecke Kluse-Zoo am 1. März 1901.

Bahnunfälle: nicht alle verliefen glimpflich

Weitere Erweiterungen folgten und auch Kuriositäten spielten sich in der Schwebebahn ab, wie z.B. der Elefant Tuffi der am 21. Juli 1950 während einer Werbefahrt für einen Zirkus aus dem fahrenden Schwebebahnzug sprang und sich eine Schramme am Po einfing. Leider gingen nicht alle Unfälle der Schwebebahn so gut aus. Am 12. April 1999 stürzte ein Zug in die Wupper. Nach Beendigung von Gerüstarbeiten war ein Metallstück an der Fahrschiene nicht entfernt wurden. 47 Fahrgäste wurden verletzt, fünf verloren ihr Leben.
Es wurde über eine Verlängerung der Strecke gelegentlich nachgedacht, jedoch ging dies nie über die Planung hinaus. 1969 wurde ein konkretes Projekt geprüft, eine 6.5 km lange Verlängerung von Oberbarmen bis Nächstebreck. Dort sollte eine geplante Vorstadt an den Betrieb der Schwebebahn angeschlossen werden. Alternativ stand zur Debatte eine 2.7 km lange Verlängerung bis Mählersbeck zu installieren, dies hätte jedoch den Bau zweier Tunnel notwendig gemacht. Die Stadtverwaltung verwarf jedoch weitere Pläne diesbezüglich. Ebenso wurde im Zuge der Vorplanungen zum Neubau des Fahrgerüstes über ein Folgeprojekt, eine Verlängerung bis Heckinghausen nachgedacht. Eine Untersuchung im Jahr 1983 ergab, dass die Fahrgastzahlen zu niedrig wären, und somit wurde die Idee 1996 verworfen.
Sie schwebt gar nicht, die Schwebebahn
Technisch definiert wird die Schwebebahn als Einschienenhängebahn oder auch als Einschienenbahn (Unterkategorie Hängebahn) und genau genommen ist die technische Bezeichnung „Schwebebahn“ sogar falsch, weil ein ständiger Kontakt zwischen Fahrweg und Fahrzeug besteht, anders als bei einer üblichen Magnetschwebebahn. Zu Beginn wurde die Wuppertaler Schwebebahn gemäß dem Preußischem Kleinbahngesetz als nebenbahnähnliche Kleinbahn klassifiziert und wurde deswegen verkehrsrechtlich als Eisenbahn betrachtet. Eine Abänderung der Konzession in die Straßenbahn erfolgte im Jahr 1943. Sie gilt jetzt als Straßenbahn besonderer Bauart und wird gemäß der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen betrieben, ähnlich einer U-Bahn. Gemeinsam mit U-Bahnen hat sie die vollständige Trennung vom Individualverkehr.

Drehkreuz Wuppertal Hauptbahnhof (Döppersberg)

Seit 1980 ist die Wuppertaler Schwebebahn den Verkehrsbund Rhein-Ruhr (VRR) integriert und durchfährt das Tarifgebiet 65 Wuppertal West als auch das 66 Wuppertal Ost. Damit liegt sie im Fahrplanbereich 6.
Der Hauptbahnhof Wuppertal bietet ideale Anbindung an die Schwebebahn und ermöglicht den Passagieren die idealen Verkehrsanbindungen. Es sind zwar lediglich fünf Gleise am Hauptbahnhof Wuppertal, allerdings halten hier alle durch Wuppertal fahrende Züge, bis auf die in Wuppertal-Vohwinkel endende S68. Heute fährt die Schwebebahn an normalen Werktagen alle 4 Minuten, an Samstagen alle 6 Minuten und an Sonn- und Feiertagen alle 8 Minuten.
Um für die Zukunft gerüstet zu sein wurde das gesamte Gerüst der Bahn ausgetauscht und nahezu alle Haltestellen erneuert. Ab 2015 werden neue Wagen eingesetzt welche einen höheren Komfort für die Fahrgäste bieten. Ausgestattet sind die moderneren Wagen mit 45 Sitz- und 96 Stehplätzen. Die Sitze sind erstmalig gepolstert und der Mittelgang wurde verbreitert. Ein neu installierter Multifunktionsbereich an den Wagen bietet mehr Raum für Kinderwagen und Rollstühle.

Innenstadtplan Wuppertal von Openstreetmap

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Am Wuppertaler Hauptbahnhof im Stadtteil Elberfeld besteht die Möglichkeit von der Schwebahn in den Fernverkehr umzusteigen.

Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertaler_Schwebebahn
  • http://www.schwebebahn.de/
  • http://www.wsw-online.de/wsw-mobil/schwebebahn-erleben/

Bildquelle des Titelbildes (Hauptbahnhof Wuppertal mit Schwebahn): schwebebahn.de

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