Die Schweizer Schmalspurbahnen sind für ihre waghalsigen und spekakulären Bauten bekannt. Um eine Verbindung durch die Alpen zu ermöglichen, erschufen die Schweizer Eisenbahnbauer in der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert Hunderte Viadukte, Tunnel und Kunstbauten.

Heute bekannt sind vor allem zwei Linien. Eine Fahrt mit dem Glacier Express (siehe hierzu: http://www.bahndampf.de/schweiz/glacier-express/fahrplan-preise-angebote) ist eine achtstündige Tagesreise mit dem Zug durch die Schweizer Alpen. Auf der Strecke zwischen Zermatt im Wallis und St. Moritz in Graubünden werden 91 Tunnel durch- und 291 Brücken überquert. Der Bernina Express (siehe: http://www.bahndampf.de/schweiz/bernina-express/fahrplan-preise-tickets) verkehrt von den Gletschern bis zu den Palmen, von Chur bzw. St. Moritz bis ins italienische Tirano. Dabei werden 55 Tunnel durchfahren und 196 Brücken passiert. Der Bernina Express meistert dabei Steigungen von bis zu 70 Promille. Die kühnen Streckenkonstruktionen der Albulabahn und der Berninabahn, die von den Express-Zügen befahren werden, sind seit 2008 Teil des UNESCO-Welterbes «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina» – eine echte Auszeichnung für die Schmalspurbahn und die Erbauer dieser Verbindungen.

Auf der Albulabahn zwischen St. Moritz und Chur findet sich mit dem Landwasserviadukt bereits das erste Wahrzeichen der Schweizer Schmalspurbahnen. Kurz vor Filisur wird das 65 Meter hohe Viadukt überquert, das über das Landwassertal direkt in einen Bergtunnel führt. Das 136 Meter lange Landwasserviadukt gilt als spektakulärstes Wahrzeichen der Rhätischen Bahn. Die Errichtung der drei gemauerten Hauptpfeiler geschah in den Jahren 1901/02 ohne Gerüst. Die Hochwassergefahr war zu groß; das Gerüst hätte weggespült werden können.

Der fast 6 Kilometer lange Albulatunnel zwischen den Bahnhöfen Preda und Spinas galt im Jahr 1903 bei seiner Eröffnung als Heilsbringer für das Oberengadin. In einer Tiefe von 1000 Metern gräbt sich der Tunnel durch das Albula-Massiv, 21 Arbeiter verloren beim Bau ihr Leben. Heute ist der Albulatunnel (siehe: https://www.rhb.ch/de/unternehmen/projekte-dossiers/neubau-albulatunnel) die größte Baustelle der Rhätischen Bahn. Nach rund 110 Jahren Betriebszeit wird er nun ersetzt. Die knapp sechs Kilometer lange Tunnelverbindung war baufällig geworden. Der Neubau soll im 2022 eröffnet werden und 345 Millionen CHF kosten.

Die Winterreisen mit dem Glacier Express sind erst seit 1982 möglich. Denn in jenem Jahr wurde der Furka-Basistunnel zwischen Andermatt und Brigg eröffnet. Es war ein finanzielle und technisch-geologische Meisterleistung: Der 15,35 Kilometer lange Tunnel wurde vier Mal teurer als geplant. Er ist eingleisig und verfügt über zwei automatische Kreuzungsstationen. Vorher war die Passstrecke über den Furkapass nur im Sommer befahrbar und führte am namensgebenden Rhone-Gletscher vorbei. Dank des Engagements von Eisenbahn-Freunden wird die Furka-Bergstrecke seit 2010 zahnradbetriebene Dampf-Schmalspurbahn geführt.

Spektakulärstes Bauwerk des Bernina Express ist wohl das Kreisviadukt Brusio. Diese spiralförmige Streckenführung dient der künstlichen Streckenerweiterung und zur Überwindung des Höhenunterschieds unweit des Ortes Brusio. Die Steigung beträgt 70 Promille – das Maximale für eine Adhäsionsbahn. Und Garant für eine maximal aufregende Fahrt.

Kreisviadukt von Brusio
RhB ABe 4-4 III Kreisviadukt Brusio“ von Kabelleger / David Gubler (http://www.bahnbilder.ch) – Eigenes Werk: http://www.bahnbilder.ch/picture/11543. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons.

Bildquelle Dampflok der Furka-Schmalspurbahn

Mh DFB Dampfzug“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.